Finanzierungsformen

Finanzierungsformen

Ihr Modernisierungskredit muss Ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen

Es gibt viele verschiedene Arten von Modernisierungskrediten: klassisches Annuitätendarlehen, KfW-Kredit, Bauspar- oder Privatdarlehen (Ratenkredit). Wie auch immer Sie die Modernisierung Ihrer Immobilie gestalten möchten, wichtig ist, dass der Kredit zu Ihnen passt. Wir unterstützen Sie gerne dabei, die richtige Auswahl zu treffen. Auf den nächsten Seiten finden Sie alles rund um die verschiedenen Kreditarten, die bei einer Modernisierung infrage kommen.

Welche Modernisierungskredite gibt es?

Der am besten geeignete Kredit für Ihre Modernisierung hängt vor allem vom Umfang und Art der Modernisierungsmaßnahme ab.
So unterscheiden sich die benötigten Darlehensbeträge je nach Vorhaben: Schönheitsreparaturen wie Maler- und Tapezierarbeiten verursachen andere Kosten als etwa die Erneuerung von Bad oder Küche. Kleine Arbeiten können meist durchgeführt werden, ohne dass die Aufnahme eines Darlehens erforderlich ist. Bei größeren Maßnahmen ist dagegen häufig ein Modernisierungskredit notwendig. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die häufigsten Kreditarten.

Hypotheken- /Annuitätendarlehen

Annuitätendarlehen werden als Klassiker der Baufinanzierung bezeichnet und eignen sich auch für die Modernisierung. Während der Vertragslaufzeit zahlt der Darlehensnehmer immer die gleiche monatliche Rate (Annuität), die sich aus seinem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzt. Während der Rückzahlung nimmt der Zinsanteil ab, während der Tilgungsanteil kontinuierlich steigt. Auf diese Weise nimmt die Schuldenlast im Laufe der Jahre ab.

Annuitätendarlehen werden mit einer bestimmten Sollzinsbindung abgeschlossen. Diese legt fest, wie lange der vereinbarte Sollzinssatz gilt bzw. wie lange die monatliche Rate bezahlt werden muss. Nach Ablauf der Sollzinsbindung der Anschlussfinanzierung sollte keine Restschuld mehr übrig sein, da sonst eine weitere Finanzierung notwendig wird.

Mittels einer Grundschuld besicherte Hypothekendarlehen sind preiswerter als die ebenfalls häufig zum Einsatz kommenden Privatkredite, da die Bank im Ernstfall abgesichert ist. Die günstigere Finanzierung ist allerdings dann mit Kosten, etwa für Notar und Grundbuch, verbunden, wenn keine freien (bereits getilgten) Teile der vorhandenen Grundschuld vorhanden sind (Revalutierung).

Tipp: Nutzen Sie die beim Annuitätendarlehen möglichen Sondertilgungsrechte, um das Darlehen schneller zu tilgen.

Vor- und Nachteile eines Annuitätendarlehens

Vorteile eines Annuitätendarlehens

  • Durch gleichbleibende Monatsrate sehr einfach zu kalkulieren
  • Unterschiedliche Darlehensangebote können einfach verglichen werden
  • Durch unterschiedliche Sollzinsbindungen gut an die Bedürfnisse des Darlehensnehmers anpassbar
  • Sondertilgungsoptionen können zusätzlich vereinbart werden

Nachteil eines Annuitätendarlehens

  • Ein frühzeitiges Aussteigen ist für den Kunden nicht möglich, da er an die Sollzinsbindung gebunden ist (Ausnahme: §486 BGB, Sonderkündigungsrecht bei Festschreibungen größer als 10 Jahre)

Annuitätendarlehen eignen sich für:

  • Sicherheitsbewusste Darlehensnehmer und Familien mit gleichbleibenden finanziellen Verhältnissen
  • Darlehensnehmer ohne Erwartung von größeren Geldzuflüssen, die über die vereinbarte Tilgung (und Sondertilgungsoption) hinaus gehen
  • Sicherheitsbewusste Darlehensnehmer, die mit steigenden Bauzinsen rechnen und sich möglichst lange dagegen absichern möchten

Grundschulddarlehen / Kapitalbeschaffung

Bei einer Kapitalbeschaffung handelt es sich um ein Darlehen, dass Sie als Eigentümer einer vollständig oder weitgehend schuldenfreien Immobilie aufnehmen können. Dies geschieht i. d. R. zur Finanzierung von weiterem Immobilienvermögen, besonderen Anschaffungen, Liquiditätserhöhungen etc. Hierbei wird die Immobilie mit einer Grundschuld belastet, welche als Sicherheit für den Kredit dient – alternativ können auch bereits vorhandene und löschungsfähige Grundschulden zur Besicherung abgetreten werden.

Vor- und Nachteile einer Kapitalbeschaffung

Vorteile einer Kapitalbeschaffung

  • Das Darlehen ist nicht zwingend für Bau-, Kauf- oder Modernisierungsmaßnahmen am entsprechenden Objekt zu verwenden, sondern steht i. d. R. zur freien Verwendung (s.o.) zur Verfügung.
  • Ein konkreter Verwendungsnachweis ist im Normalfall nicht erforderlich

Nachteil einer Kapitalbeschaffung

  • Eintragung oder Abtretung einer Grundschuld ist notwendig. Dies ist nur dann nicht Notargebühren verbunden, wenn Sie die Kapitalbeschaffung beim bereits eingetragenen Gläubiger durchführen können.

Kapitalbeschaffung eignet sich für:

  • Immobilienbesitzer mit einer bereits weitgehend bzw. vollständig lastenfreien Immobilie

KfW-Darlehen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt spezielle Förderdarlehen für Modernisierungen an Wohnungen und Wohngebäuden.

Die Erhöhung der Energieeffizienz Ihres Hauses spart Ihnen langfristig Energiekosten. Wenn Sie eine Sanierung oder Modernisierung planen, denken Sie bereits jetzt schon langfristig, denn so wird Ihre Immobilie zu allen Lebenssituationen passen, egal ob Sie eine Familie gründen, auch mit zunehmenden Alter so lange als möglich unabhängig bleiben wollen oder Ihren Wohnkomfort erhöhen möchten.

Zusätzlich zur energetischen Modernisierung können Sie sowohl die Innenräume als auch die Außenflächen Ihres Zuhauses neu gestalten: Die KfW fördert unter gewissen Voraussetzungen die Versetzung von Wänden und Durchgängen, die Entfernung von Schwellen sowie den Umbau von Küche, Bad, Terrasse und Balkon. Dabei können folgende Förderprogramme zum Tragen kommen:

1. Altersgerecht Umbauen (KfW-Programm 159)

Das Programm „Altersgerecht Umbauen“ fördert Maßnahmen, um Barrieren zu reduzieren. Darunter fallen:

  • Wege zu Gebäuden und Wohnumfeldmaßnahmen
  • Eingangs- und Wohnungszugang
  • Überwindung von Treppen und Stufen
  • Umgestaltung von Raumaufteilungen und Schwellenabbau
  • Badezimmerumbau samt Bedien- und Hilfselementen
  • sowie die Schaffung von Gemeinschaftsräumen und Mehrgenerationenhäusern

2. Energieeffizient modernisieren (KfW-Programm 151) / Energieeffizient sanieren (KfW-Programm 152)

Das Programm “Energieeffizient Sanieren“ fördert Maßnahmen zur energetischen Sanierung:

  • alle energetischen Maßnahmen, die zum KfW-Effizienzhaus-Standard führen.
  • oder Einzelmaßnahmen wie
    • Wärmedämmung
    • Erneuerung der Fenster und Außentüren
    • Erneuerung oder Optimierung der Heizungsanlage
    • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage

Vor- und Nachteile eines KfW-Darlehens

Vorteile eines KfW-Darlehens

  • Günstiger, da geförderter Zinssatz

Nachteile eines KfW-Darlehens

  • Nicht alle Banken bieten zu Ihren Darlehen eine Kombination mit KfW-Krediten an
  • Durch das tilgungsfreie erste Jahr bei den KfW-Krediten verzögert sich der Schuldenabbau
  • Eingeschränkte Möglichkeit der Zinsfestschreibung

KfW-Kredite eignen sich für:

  • Modernisierer, die förderberechtigte Maßnahmen durchführen möchten

Gerne stehen wir Ihnen bei Detailfragen rund um die Förderung der KfW und Baufinanzierung zur Verfügung. Sprechen Sie uns an.

Privatdarlehen / Ratenkredit

Ein Ratenkredit (Privatdarlehen) empfiehlt sich bei kleinerem Finanzierungsbedarf. Da dieser Kredit nicht im Grundbuch abgesichert werden muss, ist er gerade für Beträge unter 25.000 Euro empfehlenswert. Das spart nicht nur Notar- und Grundbuchkosten, sondern ist in der Beantragung wesentlich schneller. Zudem sind langfristige Laufzeiten bis 120 Monate möglich und Ratenkredite können bereits nach 6 Monaten Laufzeit jederzeit vollständig oder in Teilen wieder zurückbezahlt werden.

Nachteil von Ratenkrediten: Die Kreditzinsen liegen ungefähr zwei bis drei Prozentpunkte über den Zinsen für Immobiliendarlehen.

Bauspardarlehen

Ein Bauspardarlehen ist ein unkündbares, in der Regel nachrangig abzusicherndes, zinsgünstiges Darlehen, das nur für wohnungswirtschaftliche Zwecke verwendet werden darf. Wie bei einem klassischen Annuitätendarlehen wird das Bauspardarlehen in gleichbleibenden monatlichen Raten zurückbezahlt. Je nach Darlehenshöhe verzichtet der Darlehensgeber ggf. auch auf die Eintragung im Grundbuch.

Im Bauspartarif werden sowohl die Laufzeit des Darlehens als auch der Zinssatz und die Tilgung festgelegt.